Umweltschutz-Ja-Sager

Du würdest dich als umweltbewusst bezeichnen, richtig? Wer nicht? Du bist Umweltschutz! Wir alle sind es. Die deutschen gelten als weltweit sehr umweltbewusstes Volk. Ein schönes Klischee, was andere von einem haben können.

Wir lügen uns alle ordentlich was in die Tasche. Umweltschutz ist so ein schönes, abstraktes Wort, was wir ganz toll als gute Sache abnicken können. So polemisch wie ,,Sicherheit” oder ,,Wohlstand”. Wenn die Umsetzung, das Mitmachen nur nicht so anstrengend wäre. Das sollen die anderen mal machen.

Wir haben uns derart an unser komfortables Leben auf Kosten anderer gewöhnt, empfinden diese Lebensart gar als selbstverständlich und notwendig, dass wir nicht bereit sind, uns auch nur mit dem Gedanken zu befassen, dass dieser Luxus in vielerlei Hinsicht gefährlich ist. Von jenen, die diese Gefahren völlig abtun, möchte ich nicht anfangen zu sprechen.

Angefangen bei Lebensmitteln, die alle nichts mehr kosten dürfen. Von denen niemand in der Kette der Erzeuger mehr etwas für die Arbeit bekommt, damit wir hier unsere Mango zum selben Preis wie in Thailand essen können.

Über die Kleidung, die kiloweise zu unglaublich niedrigen Preisen verkauft wird, weil sie in Ländern, in denen es unsere Gesetze für Kinder- und Arbeitsschutz nicht gibt, hergestellt wird. Die sind uns egal. Hauptsache unsere Kinder können billige Firmenlogos durch die Gegend tragen.
Aber wehe, man spricht hier davon, ein Werk eines Fahrzeugherstellers zu schließen, der seit Jahren seine Kunden nach Strich und Faden belügt.

Bis hin zu den fossilen Brennstoffen, die bekanntermaßen bald ausgehen und sowieso längst als Energiequelle hätten ausgetauscht werden sollen, wäre da nicht die verdammte Bequemlichkeit.
Die geht so weit, dass selbst unseren Jüngsten keine körperliche Bewegung mehr zugetraut wird und denen damit von klein auf die Chance genommen wird es anders zu erleben.

Es geht mir nicht um die dummen, die es nicht begreifen wollen.
Es geht mir hier um jene, die es besser wissen und trotzdem unwillig sind, aus ihrer bequemen Position heraus zu kommen.
Es geht mir um jene Menschen, die es besser wissen, die sich in Dingen der Bequemlichkeit aber gerne an den Unverbesserlichen orientieren.

Jene, die bei Lufttemperaturen um 40°C immer noch darauf bestehen, ihre faulen Hinterteile in ihren rollenden Hitzeerzeugern (Verbrennung!) durch die Weltgeschichte zu rollen, obwohl sie genau wissen, dass sie damit aktiv zur Verschlechterung der Situation beitragen.

– „Ich fahre nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit“ – obwohl der Arbeitsplatz unter 1km entfernt ist.

– „Ich bin schon Vegetarierin, sollen die anderen auch erst mal aufhören Fleisch zu essen!“

– „Das kommt doch sowieso alles auf den selben Haufen – warum soll ich es vorher mühsam trennen?“

…und noch etliche andere Ausreden, in denen gerne auch mal die eigenen Kinder als Grund für die eigene Faulheit vorgeschoben werden.

Wir werden keinen Millimeter vorwärts kommen, wenn niemand bereit ist, Opfer zu bringen.

Nichts wird sich ändern, wenn alle auf ihre ganz persönlichen Ausnahmen bestehen.

Aber statt nur zu motzen, erinnere ich mich lieber an jene, die zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit Öffentlichen unterwegs waren. Ob die das alle freiwillig gemacht haben, sei mal dahin gestellt. Es gab sicher einige, die lieber den eigenen Wagen genutzt hätten, genauso wie es sicher einige gegeben hat, die lieber nicht das Auto genutzt hätten. Danke.

Intelligenter sein ist anstrengend.

Happy Overshoot Day everyone!

Kochbuch 06 – Bedrängnis

Die hier erzählte Geschichte und alle dazugehörigen Teile, sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit zu real existieren Menschen oder Ereignissen ist zufällig. Der Anfang dieser Geschichte ist hier zu finden: Kochbuch 01

Einige dieser Geschichten könnte man vielleicht in anderen, problematisch ausgegangenen Ehen auch wiederfinden. Andere wiederum sind derart wahnsinnig, dass ich beim Aufschreiben denke, dass sie mir niemand glauben wird. Vielleicht würde ich sie selbst nicht glauben, würde ich sie nicht selbst erleben. Aber die Entscheidung über Glaube oder Unglaube kann ich nicht fällen. Ich halte einfach fest, was mir widerfahren ist.

So, wie ich gerade daran zweifle, dass mir jemand glaubt, habe ich an meinem Verstand gezweifelt, als ich dieses Wochenende nach Hause kam und sah, was ich jetzt schildern werde.

Als diese Dinge geschahen, arbeitete und wohnte ich während der Woche bei einem Freund in Aachen und fuhr am Wochenende nach Hause in meine eigene Wohnung nach Essen.

Sobald ich in die Wohnung kam, öffnete ich immer zuerst die Fenster und zog die Rollos hoch, um zu lüften. Aus Rücksicht auf meine Nachbarn, ließ ich an manchen Wochenenden die Rollos unten und öffnete lediglich die Fenster. Meist weil es schon sehr spät am Abend war und die Rollos sehr laut sind. So auch an diesem bestimmten Wochenende. Als ich sie am nächsten Morgen dann hoch zog blickte ich hinaus in den Hof, wo sich meine Garage und ein kleiner Garten befanden, die ich quasi alleine nutzte. Ich sah, dass dort einige Dinge, darunter auch das Laufrad meines Sohnes und mein Räucherschrank, mitten im Garten verteilt lagen.

Ich erschrak über diesen Anblick aber mein erster Gedanke, neben dem Schrecken, war die Frage, ob ich diese Dinge möglicherweise selbst dort habe liegen lassen und mich einfach nicht mehr daran erinnerte. Es war einfach alles aufgehäuft und lag verteilt da, was nicht meine Art ist.
Ich ging auf den Hof und schaute aus der Nähe, ob etwas auf einen Einbruch oder Diebstahl hinwies. Doch nichts fehlte und es war auch nichts zerbrochen oder beschädigt.

Nach einer rationalen Erklärung suchend und hoffend, dass meine Nachbarn vielleicht ihren Wagen im Hof gewaschen hatten, wie sie es manchmal taten, schritt ich etwas beschämt zu den Nachbarn über mir, um zu klingeln und zu fragen, ob sie eventuell die Dinge so im Garten umgestellt hatten. Sie konnten mich nicht beruhigen. Mitbekommen hatten sie auch nichts.

Die Gewissheit über die Wahrscheinlichkeit, dass Hagar oder einer ihrer Handlanger sich mit ihrem bisher nicht abgegebenen Haus- oder Garagenschlüssel Zutritt während meiner Abwesenheit verschafft hat, wurde größer und bereitete mir immer mehr Unbehagen.

Der Austausch von Schlössern und die Installation von Kameras sollten also nun der Status sein, an dem sich dieser Konflikt gerade befindet?

Streng genommen sollte mich das wohl nicht mehr überraschen, nachdem ihr Mann und ihre Brüder mittlerweile sogar vor halsbrecherischen Manövern nach einem der Umgangstermine nicht zurück schreckten.

Mittlerweile hatten die Umgangstermine bzw die Treffen zur Übergabe, den Charakter eines illegalen Handels auf einem Parkplatz angenommen und ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen, die das aus der Entfernung sehen, etwas in der Art auch annehmen.

Nachdem ihre Brüder und ihr neuer Mann mich auf einem öffentlichen und zentralen Parkplatz mit ihren Autos bedrängt und bedroht hatten, musste ich gerichtlich durchsetzen, dass wir dazu übergehen uns auf dem Parkplatz der örtlichen Polizei zu treffen und dort den Empfang unseres Sohnes durchführen.

Bei diesen Übergaben blieb sie zu Hause und schickte ihren Mann. Ob dieser ihr befiehlt dort zu warten oder sie ihm befiehlt die Übergabe mit mir durchzuführen, weiß ich nicht. Um das Clichée der armen, unterdrückten Frau mit Kopftuch aber nicht zu befeuern, denn sie ist das Gegenteil und der lebende Beweis dafür, dass es ein reines Clichée ist, sage ich, dass sie die Fäden in der Hand hält. Auch, was die Übergabe und ihre ausbleibende Teilnahme daran betrifft.

Für mich zählte nur, was gerichtlich geregelt war. Wer anwesend sein durfte und wer nicht. Das war keine Härte meinerseits, sondern das Resultat von 13 Verfahren, das 14. war zur Niederschrift dieses Textess grade im Anflug, innerhalb von 2,5 Jahren, die gegen mich angestrengt wurden. Ich achtete mittlerweile auf jedes geschriebene Wort.

Jedenfalls kamen sie, entweder ihr neuer Ehemann oder der Bruder, den sie während unserer Ehe noch gerichtlich auf Distanz halten wollte, wortkarg und latent aggressiv, meinen Sohn ungeduldig zu mir hin- oder von mir wegzerrend. Und sie ist nicht dabei.

Nach dem letzten Treffen, ich hatte meinen Sohn gerade zu diesem Parkplatz zurück gebracht und er war wie immer verspätet abgeholt worden, bemerkte ich auf dem Rückweg plötzlich, wie ein Auto auf der Landstraße auf der ich unterwegs war, hinter mir sehr schnell zu mir aufschloss. Ich erkannte bald, dass das Auto welches da angerast kam, jenes war, in dem Hagars Bruder und ihr Ehemann meinen Sohn abgeholt hatten. Es war noch ein weiteres Kind im Auto.

Der Fahrer fuhr auf, ließ den Motor aufheulen und ich fühlte mich schnell bedrängt und genötigt selbst auf fast 100 km/h zu beschleunigen. Kurz überlegte ich, ob ich mal die Bremse antippe, um ihn zu erschrecken, doch ich verwarf diesen Gedanken schnell wieder, da mein Sohn ja auch in dem Auto saß und ich nicht riskieren wollte, dass ihm durch mein Verhalten etwas passiert. Es blieb mir also nichts, als diese Nötigung über mich ergehen zu lassen.

Fünf Minuten später, die sich für mich wie Stunden anfühlte, war der Spuk vorbei und der Wagen raste in halsbrecherischer Geschwindigkeit an mir vorbei. Mein Sohn winkte mir im Vorbeifahren zu.

Schweißgebadet fuhr ich rechts ran, um kurz auszusteigen und ein paar Minuten durchzuatmen.

Während dieses Manövers hatte ich ernsthaft damit gerechnet, dass mir etwas zustößt, war aber außergewöhnlich gefasst. Diese Anspannung löste sich jetzt und während mir die Bilder durch den Kopf flogen, was alles hätte passieren könen, wählte ich wie in Hypnose eine Nummer aus meiner Anrufliste. Meine Mutter ging ran.

So schwierig es nun auch war ausgerechnet mit ihr in dieser Situation zu sprechen, schließlich wollte ich mich beruhigen und nicht sie besorgen, ließ ich mich auf ein simples Gespräch, etwas small-talk ein.

Sie fragte mich gelassen, ob ich gerade meinen Sohn abgegeben hatte und ob alles gut gelaufen war. Ich antwortete „klar, was soll schief gehen?“
„War deine Ex auch da?“ fragte sie und ich antwortete, dass wie immer nur ihr Mann dagewesen war.
Sie beendete darauf bald das Gespräch mit einer Einladung zum Essen und wir verabschiedeten uns voneinander.

Sie sollte doch bitte nur in der Leitung bleiben. Zwar wollte ich ihr nichts von dem sagen was gerade vorgefallen war, doch wollte ich einfach jemanden haben, der gerade am anderen Ende dieses Telefons ist.

Einen Abend zuvor hatte ich mit meinen Eltern tatsächlich noch die Diskussion, ob es nicht vielleicht vernünftig wäre vorrübergehend meinen Sohn zu „vergessen“ und auf den Streit vor Gericht wegen Durchführung von Übernachtungen zu verzichten.

Aber das kam für mich ebenso wenig in Frage, wie die Erwähnung dessen, was gerade kurz vor diesem Anruf vorgefallen war. Ich ließ sie also das Gespräch beenden und verabschiedete mich und fuhr weiter.

Mein Freund, dem ich diese Geschichten erzähle, versucht mich immer zu beruhigen und mir zu sagen, ich soll mich nicht von meiner Ex und ihren Schikanen einschüchtern lassen, nicht paranoid werden, weil sie das genau erreichen will.

Rational weiß ich, er hat recht aber wie zum Teufel soll ich das bitte machen? Seit diesen Vorfällen ertappe ich mich wieder dabei, wie ich genauer hinter jede Ecke schaue. Selbst die Sorge, dass sie etwas an meinem Auto manipuliert oder manipulieren lässt, habe ich besagtem Freund bereits genannt.

In eigener Podcast-Sache

Erfüllst du die folgenden Bedingungen:
– du hörst gerne Soundtracks und Musik aus Filmen und Videospielen,
– du bist der englischen Sprache mächtig oder verstehst sie zumindest gesprochen,
– du hast Geduld mit Leuten, deren Muttersprache nicht englisch ist, die es aber mehr oder weniger erfolgreich versuchen zu sprechen,
– du hörst gerne Podcasts oder willst damit anfangen,

dann solltest du dir die brandneue und aktuelle Folge der “Broken Chair Scores” anhören. Drei Kerle, von denen ich einer bin, die sich über einen Aspekt ihrer Leidenschaft austauschen und vorher den Aufnahmeknopf drücken.

https://brokenchairscores.blogspot.com/2019/07/episode-25-special-one-hit-wonders.html

Was für diesen Blog gilt, gilt auch für den Podcast: gerne Kommentare und Emails schreiben, Rückmeldung geben, Applaus, Buh-Rufe und das ganze Spektrum dazwischen.

Kantiger Mut

„Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ schrieb einst Immanuel Kant.

Menschen sind gerne sicher, sind gerne abgesichert. Um diese Absicherung und Sicherheit zu erreichen, ist Nachfragen ein probates Mittel. Wer fragt, ob sie etwas machen darf, sichert sich ab und kann dann, im Falle eines Falles sagen „ich habe doch gefragt“. Verantwortung abgeben.

Fragen bringt aber auch ein bestimmtes, großes Risiko mit sich: die Antwort könnte nicht die sein, die man hören möchte.

Wer zu seiner Vorgesetzten geht und dort fragt, ob er während der Mittagspause auch nach Hause darf, muss damit rechnen, dass die Vorgesetzte, verwundert über diese Frage, ein Verbot ausspricht, wo vorher womöglich keines existiert hat.

Abgesehen davon, dass nun also ein neues Gesetz existiert, ist der Chef auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden und könnte Maßnahmen ergreifen, um Übertretungen festzustellen.

Müßig zu sagen, dass nun natürlich oft der kindische Widerstand beginnt, in dem die fragende Person, die sich ja bloß absichern wollte, auf ihre Freiheit pocht und sagt, sie sei ein erwachsener Mensch, den man nicht einsperren kann. Das nur ein Beispiel.

Das schlimmste an der Nutzung des eigenen Verstandes ist, dass man Verantwortung für die Folgen übernehmen muss.

Stehe ich am Rand einer Straße, die ich gedenke zu überqueren, an der weit und breit kein Auto zu sehen ist, und gehe trotz der roten Fußgängerampel, die mich ganz klar zum Stehenbleiben auffordert, einfach über die Straße, muss ich, falls doch ein Auto aus dem Hyperraum erscheint und mich gerade dann platt fährt, die Verantwortung dafür übernehmen und kann nicht sagen, ich hätte mich an die Regeln gehalten. Das aus dem Hyperraum erscheinende Auto kann nicht belangt werden.

In einem meiner früheren Posts habe ich gesagt, dass Intelligentsein anstrengend ist. Nicht nur, weil man selbst viel denkt, sondern weil man auch für andere mitdenken muss.

Der Straßenverkehr ist hierfür tatsächlich ein ausgezeichnetes Beispiel. Hier ist es zwangsläufig notwendig für alle Verkehrsteilnehmer, die sich um mich herum auf der Straße befinden, mitzudenken. Immer überlegen, wie sich der andere wohl jetzt im schlimmsten Fall verhalten könnte. Vorausschauend. Ist anstrengend, muss aber sein.

Selbst nachdenken heißt, sich darüber Gedanken zu machen, was situationsabhängig für sich selbst und die Mitmenschen vernünftig ist und sich nicht sklavisch an allgemeines Regelwerk zu halten, was andere definiert haben, um sich möglichst, jedoch unmöglich gegen alle möglichen Fälle abzusichern.

Der fiktive Charakter Dr. House hat in einer Folge der Serie folgenden Satz gesagt: “Rules are guidelines for morons who can’t make up their own minds!”

Ich liebe diesen Satz. Auch wenn er ihm in dieser Szene natürlich dazu dient, seinen Kopf durchzusetzen, gibt er doch wunderbar das wider, was Paragraphen- und Prinzipienreiter sind und nimmt religiöse Menschen mit, die sich ebenso gerne sklavisch an das halten, was geschrieben steht, weil sie dem Allgemeingültigkeit zusprechen.

Nun ist es selbstverständlich nicht leicht, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und es bedarf einiges an Übung und Erfahrung. Darum heißt der wunderbare Satz des Herrn Kant auch nicht einfach im Imperativ „bediene dich deines eigenen Verstandes!“, sondern „habe den Mut (…)“, was ein signifikanter Unterschied ist, der anerkennt, dass es Überwindung und Mut kostet. Er erkennt an, dass es leichter ist, sich an bereits gedachten Dingen und Regeln zu orientieren und auf Nummer sicher zu gehen, statt das Risiko einzugehen, Verantwortung zu übernehmen.

Es ist eine Ermutigung zur Emanzipation. Vielleicht hätte das Zeitalter der Aufklärung besser „Emanzipation“ geheißen. Allerdings stellt sich darauf die Frage, was die Frauenbewegung dann für einen Begriff gewählt hätte. Aber das überlasse ich den Science Fiction-Autoren.

Die Frage, die ich mir in so vielen Situationen stelle, lautet, ob ich wirklich jemanden brauche, der mir in so vielen Dingen alles vorkaut oder ob nicht einfach ein gesundes Maß an Bildung und Verstand hier ausreichen.

Und damit habe ich mir schon meine eigene Antwort gegeben, weil ich nicht von jedem Menschen erwarten kann, dass er oder sie so viel Bildung oder Verstand aufbringt. Allerdings kann ich, und reihe mich hier ganz unbescheiden neben den Herrn Kant, zum Mut auffordern.

Unterteilung

Vor einiger Zeit war ich bei einem Auftritt des Herrn Pufpaff und habe mich dort mal wieder von Dingen amüsieren lassen, die inhaltlich alles andere als komisch sind, aber derart präsentiert und dargestellt werden, dass man im Publikum zum Lachen gebracht wird.

Wer mich nun daran erinnern möchte, dass ich zu Beginn dieses Blogs dem Herrn Rether in einem offenen Brief mitgeteilt habe, dass ich diese Art von Comedy nicht mehr besuchen möchte, der möchte ich hier sagen, dass das auch weiter der Fall bleibt. Diese Karte hatte ich allerdings geschenkt bekommen, also sträubte ich mich auch nicht künstlich, sondern amüsierte mich köstlich.

Besonders ein Punkt, den Herr Pufpaff zeichnete, gefiel mir sehr: wie toll es wäre, gäbe es ein Gerät wie den ,,Blitzdingser” (orig. Neuralyzer) aus dem Film ,,Men In Black”.

Er führte dieses Gedankenspiel damit aus, dass es mit diesem schicken Gerät ja möglich ist, Menschen die Erinnerung zu löschen. Dies könne man dann ja so weit treiben bzw modifizieren, dass den Menschen die Vorurteile gelöscht werden, die sie sich so über ihr Leben verteilt, aneignen. Das Ergebnis dieser Löschung wäre denkbar einfach und angenehm. Es fände endlich eine realistische Unterteilung der Menschen in zwei Gruppen statt:

Arschloch oder Nicht-Arschloch.

What a wonderful world it could be.

Wollsocke

Die vergangenen Tage haben mich, warm und sonnig wie sie waren, wie so viele andere Leute hinaus ins Freie gezogen, um mich an den wärmenden Strahlen der Sonne zu erfreuen.

An solchen Tagen werden bestimmte Accessoires, wie gute Kopfhörer, zu unerlässlichen Begleitern!

Nicht nur, weil ich gerne Musik höre, während ich unterwegs bin, sondern weil sie mir hauptsächlich als Schutz vor verbaler Luftverschmutzung im öffentlichen Personennahverkehr dienen.

Vergesslichkeit kommt mich in diesem Zusammenhang leider immer teuer zu stehen, wie ich auch am vergangenen Wochenende wieder feststellen musste, als ich die Wohnung verließ und meine Ohrstöpsel nicht bei mir hatte.

Anstatt zurückzugehen und sie doch zu holen, ging ich weiter, weil ich ja zu Fuß unterwegs war und wollte mich, ganz naiv, an den Geräuschen der Natur erfreuen, statt diese mit lauter Heavy Metal Musik zu übertönen.

Wie sehr ich das bereuen sollte, sollte sich etwas später herausstellen.

Kaum war ich an meinem Ziel angekommen, setzte ich mich auf eine freie Bank. Auf der Bank daneben zwei Herren, die in eine Diskussion vertieft zu sein schienen und ich überlegte noch, ob ich nicht lieber weiter gehen und mich woanders hinsetzen soll. Auch hier habe ich die falsche Entscheidung getroffen und mir selbst auferlegt, mich nicht so anzustellen.

Ich holte das Buch heraus, was mich in fantastische Welten tragen, mir von schwertschwingenden Helden, sprücheklopfenden Magiern und Amazonen, die noch nie ein Patriarchat erlebt haben, erzählen sollte.

Doch welch Pein! Das, was ich zunächst als Diskussion vermutete, war ein lauter, unablässiger Monolog eines Schreihalses und seinem nickenden und zustimmenden Zuhörer.

Wegen meiner sprücheklopfenden Nachbarn, die parolenschwingend beklagten, was für ein Misthaufen Europa doch ist, war ich also nicht dazu in der Lage auch nur eine Zeile zu lesen, ohne aus der Welt gerissen zu werden, in die ich so gerne eintauchen wollte.

Stattdessen durfte ich mir ein Lamento darüber anhören, wie schwer es jene in unserer Gesellschaft haben, die ihre Meinung aussprechen. Ihnen werde ja sogleich der Mund verboten, wenn sie nur wagten zu sagen, wo die wahren Probleme liegen und wer die tatsächlichen Schuldigen für alles Unheil sind.

Widerwillig hörte ich mir an, wie „die Flüchtlinge“ und „die Musilme“ daran (an allem) schuld sind. Ein Blick auf den Laudator ließ mich vermuten, dass er wohl einen Schuldigen dafür sucht, dass er an einem Tag, an dem 25°C gemessen sind, in Wollsocken und Lederimitat-Hausschuhen auf einer Bank sitzt und an seinem Dampfapperat ziehen muss. Der arme. Allerlei illustre Lösungsansätze von dem erklärten Nichtwähler waren selbstverständlich auch direkt zur Hand.

Man möchte doch bitte aufhören „denen da unten“ sein Geld zu schicken. Die wüssten nicht, was sie damit anstellen sollen. Man möge sich doch mal die ganzen Flüchtlinge ansehen. Sie behaupten, sie haben kein Geld, haben aber alle ein Handy. Wie das und noch so manches anderes, garniert mit menschenverachtendem Wortausfluss, denn wohl zu erklären sei, frage er sich und seinen jubilierenden Zuhörer.

Ich habe wirklich keine Ahnung, wie lange ich versucht habe, mich auf mein Buch zu konzentrieren und nicht hinzuhören.

In dieser Zeit habe ich sehr mit wachsendem Druck auf meinen Kiefer und dem Verlangen gekämpft, diesem Menschen zu sagen, er möchte seine Ansichten vielleicht nochmal überprüfen. Vielleicht mit den Worten „die Nazi-Scheiße kannst du dir stecken, Arschloch“.

Mehrere Punkte hielten mich davon ab:

1. ich würde ihm in die Karten spielen, mit seiner Ansicht, er dürfe seine Meinung ja nicht äußern,

2. wir waren in einem Park, da kann leider jeder so laut Verbaldiarröh verbreiten, solange sie damit niemanden einschränkt,

3. ich habe einige Tage zuvor tatsächlich in einer anderen Umgebung, die weniger öffentlich war, schon einem, der „seine Meinung äußerte“, mal meine Meinung gesagt und dabei die Contenance verloren. Das ist mir bis heute peinlich und ich ärgere mich darüber, dass ich so an die Decke gegangen bin. Wäre es wenigstens gegenüber jemandem gewesen, der intelligent genug ist, meine Kritik als solche anzunehmen aber …

4. das geht ins Leere,

5. zwingt mich keiner, mir das anzuhören.

Ich bin dann, als ich nicht mehr konnte, aufgestanden und weggegangen.

Problem: wie bekommt man diese Scheißeschleudern wieder dazu, dass sie diesen Dreck nicht mehr rumposaunen und dabei auch noch das Gefühl haben, sie dürfen ja nirgends ihre Meinung kundtun?

,,Das wird man wohl noch sagen dürfen!”

Denn der, der in der Situation seine Meinung für sich behalten hat, war ich.

Muss ich Intoleranz tolerieren?

Mein Buch habe ich an dem Tag nicht mehr weiterlesen können.

Kochbuch 05

Die hier erzählte Geschichte und alle dazugehörigen Teile, sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit zu real existieren Menschen oder Ereignissen ist zufällig. Der Anfang dieser Geschichte ist hier zu finden: Kochbuch 01

Noch während unseres ersten Ehejahres, musste ich feststellen, wie sehr Hagar selbst die patriarchalischen, unterdrückenden Denkmuster ihres Elternhauses verinnerlicht hatte. Besonders an diesem Beispiel kann ich das gut zeigen: Sie hat im Verlauf unserer Ehe mehrmals ihr Kopftuch thematisiert, was sie immer trug, wenn wir nicht alleine waren.
Sie trug es nicht so, wie es den meisten Menschen klassisch bekannt ist, mit einer Wicklung, die um Hals oder Kinn geht, sondern mehr so, dass es aussieht, wie eine Mütze oder ein Handtuch, was um die Haare gewickelt ist.

Es war ihr immer unangenehm und sie schämte sich dafür, wie sie mir oft gegenüber äußerte und ich entgegnete dann, dass sie es dann doch ablegen solle.

Sie tat es nicht, aus Sorge man könne sie sehen und sie ihrer Familie melden. Dieses Problem war aus ihrer Sicht nur durch meinen Beitrag zu lösen, was so absurd wie unvorstellbar für mich war: Ich sollte ihr befehlen das Kopftuch nicht mehr zu tragen, weil sie das dann besser vor ihrer Familie rechtfertigen konnte.

Trotz langer Diskussionen und vielem Streit, habe ich mich nicht hinreißen lassen etwas solches auszusprechen und blieb bei meiner Aussage, dass es ihr selbst obliegt, ob sie es tragen oder abnehmen möchte und ich ihr da keine Vorschrift in die eine oder andere Richtung zu machen habe oder machen will. Mit oder ohne Kopftuch würde ich stets zu ihr stehen, war meine einzige Aussage hierzu. Damit konnte sie nichts anfangen.

So blieb es letztlich bei dem Kopftuch, denn sie konnte es jetzt nicht ablegen und behaupten, ihr Ehemann zwinge sie es nicht zu tragen. Bei ihren Freundinnen klagte sie nun darüber, ich sei nicht Manns genug es ihr zu verbieten. Warum sie nicht einfach behauptet hat, ich habe es ihr befohlen, wird mir, jetzt da ich dieseDinge aufschreibe, nicht klar. Aber das sollte nicht das einzige Verhalten dieser Frau bleiben, was mir unverständlich bleiben sollte.

Neunzehn-Iksundachzig

Ich stelle mir oft vor, wie es wäre, könnten wir in die Vergangenheit reisen und den Menschen von unseren Errungenschaften und dem heutigen Leben erzählen. Sagen wir in den Menschen in den 1980er-Jahren.

Damals haben wir natürlich alle gedacht, dass die Menschheit im Jahr 2019 schon längst nicht mehr auf dem Boden unterwegs ist, sondern die dritte Dimension auch schon für sich erobert hat, aber das belassen wir jetzt mal im Reich des Science Fiction. Zeitreisen sind aber möglich. Also machen wir mal kurz eine.

Spiele ich mit dem Gedanken, dass ich beispielsweise eine Unterhaltung mit meinem Vater aus den 80ern habe, als er gerade etwa so alt wie ich, also um die 40 Jahre alt war, fragt er mich sicher zuerst einige Dinge.

Ja, den kalten Krieg haben wir alle unbeschadet überstanden. Das ist gut gegangen. Der Kommunismus als System hat sich nicht durchgesetzt, Deutschland ist wieder geeint, die Staaten, die lange Zeit gehungert haben, hungern heute auch noch, aber aus anderen Gründen und es sind noch einige hinzugekommen.

Wir haben keine Grenzen mehr in Europa. Zumindest keine, an denen wir kontrolliert werden. Wir können innerhalb Europas reisen, wie es unser Geldbeutel zulässt. Die Grenzen in den Köpfen sind allerdings nicht nur geblieben, sondern werden immer wieder aufgefrischt und höher und breiter.

Auch wenn wir uns in so vielen Feldern weiter entwickelt haben, gibt es immer noch nicht nur furchtbare Armut und Hunger auf der Welt, sondern unglaubliche und unfassbare Dummheit und Rücksichtslosigkeit. Allen Bemühungen zum Trotz.

Bei den Autos, nach denen er sicher auch fragen würde, wäre meine Antwort wohl, dass Autos immer noch auf Straßen unterwegs sind. Es werde sich zwar auch da viel getan haben, aber es werde auch hier zum größten Teil am Unwillen der Menschen scheitern, sich auf andere Dinge einzulassen.

Ja, würde ich antworten. Es ist, wie ihr immer gesagt bekommt. Die fossilen Brennstoffe werden sich dem Ende zuneigen, das Klima wird sich verändern und die Weltgemeinschaft wird nicht genug getan haben, um das rechtzeitig zu verhindern. Regelmäßige und frequentere Katastrophen und Folgen davon werden tatsächlich immer noch zu Äußerungen von Leuten an hohen Positionen führen, die behaupten werden, das sei alles Fantasterei und habe mit irgendwelchen Auswirkungen auf die Atmosphäre nichts zu tun. Es sei Zufall.

Ich würde antworten, es werde schon sehr viele und auch sinnvolle und praktikable Alternativen zur Energiegewinnung geben, doch die Menschen seien zu bequem gewesen, diese anzunehmen oder sich dafür umzugewöhnen. Es werde Jahrzehnte andauernde Diskussionen darüber gegeben, wer nun Windräder vor seiner Haustür stehen haben will und wie weit die davon entfernt sein müssen.

Es wird im Jahr 2019 immer noch Kohle subventioniert und verbrannt werden, obwohl es alle besser wissen werden und nicht zuletzt werden immer noch Autos mit Verbrennungsmotoren gebaut werden.

Das Schlimme aber, würde ich sagen, ist, dass die Menschen sie auch weiter kaufen würden. Und das nicht wenig.

Während die Menschen alle darüber klagen werden, dass sie weniger Geld zum Leben haben, die Lebensmittel aber alle zu Dumping-Preisen verkauft werden und die Folgen daraus uns von einem „Lebensmittelskandal“ in den nächsten navigieren, werden die Menschen im Jahr 2019 daran festhalten wollen, dass jeder Haushalt mindestens ein Auto haben muss.

Ja, würde ich sagen, mindestens.

Es werde auch schon elektronisch fahrende Autos mit Batterien geben, doch auch hier werde die Technologie und die Entwicklung lange gebremst worden sein, von denen, die natürlich weiter ihr Öl verkaufen wollen und auch diese Elektrofahrzeuge werden das Problem nur von einer Seite angehen.

Damit nicht genug, würde ich ihm sagen. Die Verlagerung der Prioritäten auf Statussymbole werde noch sehr viel weiter in der Gesellschaft verbreitet. Das Auto werde hierfür der Platzhalter für die breite Masse. Nicht nur, dass alle mindestens ein Auto haben werden müssen, sondern das muss dann auch etwas hermachen. Der praktische Wert eines Autos werde in Zukunft immer weiter in den Hintergrund rücken, würde ich ihm erzählen.

Die Straßen werden voll mit sogenannten „SUVs“ und völlig überproportionierten Sportwagen sein, sowohl vom Volumen, als auch von der Leistung an jeder Effizienz vorbei gebaut. Sie werden die Straßen verstopfen und die Leute werden sie kaufen, einfach um sie zu haben.

Ich würde ihm erzählen, gingest du im Jahr 2019 zur Nachmittagszeit zu einer beliebigen Schule, glaubtest du anhand der Autos, mit denen die Kinder von der Schule abgeholt werden, dass an diese Schule wohl die Kinder von lauter Landwirten gehen müssen.

Im Jahr 2019 scheint niemand mehr seinen Kindern den Weg zur Schule zumuten zu wollen. Der Großteil der Menschen, selbst jene, die ihre Kinder auf eine Schule schicken, die zu Fuß von der Wohnung in kurzer Zeit erreichbar ist, fahren ihre Kinder dort hin. Warum? Ich kann es dir nicht sagen, würde ich antworten. Mich wirst du immer selbstständig zur Schule schicken, würde ich ihm aus für ihn näherer Zukunft berichten.

Ausreden dafür, warum die eigenen Kinder täglich gefahren werden müssen, werden aber immer schnell erdacht sein.

Was die Stadtplaner in eurer Zeit schon vorhergesehen haben, wird eintreten: die Straßen werden voller, die Staus länger, der Stress mehr, die Parkplätze weniger, die Kosten für Instandhaltung und Wartung höher, von den Toten und Schwerverletzten durch Unfälle ganz zu schweigen. Denn mehr Platz werden wir nicht haben, 2019.

Nein, würde ich sagen, die öffentlichen Verkehrsmittel werden ihren Betrieb nicht eingestellt haben. Allerdings wird die absurde Situation entstanden sein, dass es sich tatsächlich oft mehr rechnet, mit dem eigenen Auto zu fahren, statt den Bus oder die Bahn zu nehmen.

Ja, würde ich sagen, über die Privatisierung sprechen wir ein anderes Mal.

Und so werden wir 2019 eine paradoxe Situation haben, wo wieder zwei Seiten aufeinander zeigen und darauf warten, dass der andere den ersten Schritt geht. Alle genervt und gestresst vom täglichen Verkehr und der Suche nach Parkplätzen aber niemand bereit, den Ursprung seines Ärgers als solchen zu erkennen und zu meiden. Stattdessen beharrend auf die eigene Dekadenz.

Die Autofahrer werden sagen, sie fahren nicht Bus/Bahn, weil diese zu teuer sind und die Betriebe der öffentlichen Verkehrsmittel erhöhen stetig die Preise mit neuen Ausreden, weil niemand mehr ihre Dienste nutzt.

Und mittendrin werde ich dann sein, der immer wieder mit den Zähnen knirscht, wenn ein cholerischer Autofahrer lieber hupt, statt zu bremsen. Immer wieder versuchend, die Menschen in meiner Umgebung auf diese Dinge aufmerksam zu machen und immer wieder dafür den Stempel des Besserwissers aufgedrückt bekommen, der viel zu streng mit sich und allen ist.

Nein, keine Sorge, würde ich antworten. Davon lasse ich mich nicht ärgern. Ich weiß ja, dass sie nur zu faul sind etwas an ihrem Verhalten zu ändern und dass sie selbst wissen, dass sie im Unrecht sind. Ich würde sagen, dass ich mich nicht von meiner Linie abbringen lasse, so herablassen die auch klingen mag, und dass ich mich immer über jede und jeden freue, die sich nicht dem „machen doch alle so“ oder „was kann ich denn schon ändern“ hingibt. Die wird es nämlich auch noch geben.

Take the Time

“Do, or do not – there is no ‘try’!” – Yoda

Ich tue es auch gerne und ich glaube, es wohnt uns allen auf gewisse Weise inne: das Vor-uns-herschieben von Dingen. Sei es nun, weil es etwas Unangenehmes ist, wie Lernen für eine Prüfung, die Hausaufgaben machen, endlich mal das Chaos zu Hause aufräumen, die Fenster putzen, einkaufen gehen, weil der Kühlschrank leer ist oder was dir sonst noch unangenehmes einfällt.

Habe ich keine Lust etwas zu tun oder empfinde ich es als anstrengend, unangenehm, lästig, fallen mir immer viele Dinge ein, die ich vorher noch tun „muss“. Das endet meist darin, dass die hinausgezögerte Verpflichtung immer schwerer lastet.

Aber das ist wie gesagt nichts Besonderes und ich behaupte, dass sich nur wenige von uns von diesem Verhalten frei sprechen können.

Leider prokrastinieren wir aber nicht nur lästiges, sondern auch schöne Dinge, die unser Leben bereichern.

Meist klingt das dann etwa so: „irgendwann setze ich mich mal hin und lerne Griechisch“.

Oder „irgendwann schreibe ich diese ganzen Geschichten mal auf“ oder „irgendwann nehme ich mir mal die Zeit und male“ oder „eigentlich wollte ich ja schon immer mal Gitarre lernen“…

Der Beispiele sind es viele und ich bin mir sicher, du hast sowas auch irgendwo im Hinterkopf.

Die Frage ist: woran hakt es?

Das Schlimme an Worten wie „irgendwann“ ist, wie du weißt, dass sie diffus in Zeit und Raum schweben, ohne eine konkrete Erklärung zu geben, wann oder wo das passieren wird. Und bevor du dich versiehst, ist „irgendwann“ da und lange vorbei und du sagst immer noch „irgendwann“.

Gegen diese Vorsichherschieberei hilft, sich diese Vorsätze aufzuschreiben.

Kleine Zettel, auf denen eine Aufgabe oder ein Vorsatz steht. „Mehr mit meinen Freunden machen“ zum Beispiel oder „Krieg und Frieden im Original lesen“. Dinge, die du mit einem befriedigenden Gefühl des Erfolges durchstreichen kannst, wenn du sie angegangen bist und geschafft hast. Oder auch, wenn du weißt, dass du es probiert hast und es nichts für dich war.

Muss das immer alles so einfach sein?

Gestern wieder ein „Linux-Erlebnis“ gehabt.

Ein guter Freund hat mir einen Canon Pixma Drucker überlassen, der bei ihm plötzlich die Funktion eingestellt hat. Mit ein paar Handgriffen war der wieder einsatzfähig und ich meldete ihn an meinem Netzwerk an. Mal schauen, ob ich mit relativ wenig Aufwand vom Rechner aus die Funktion prüfen kann, indem ich etwas scanne.

An meinem Laptop, auf dem Fedora 29 installiert ist, ging ich als Erstes in die Einrichtung, um dort nach dem Drucker zu suchen und ihn gegebenenfalls zu installieren.

Ich öffne also die entsprechende Stelle und siehe da: zu meinem Erstaunen ist der Drucker bereits fertig eingerichtet und einsatzbereit.

Um das kurz zu überprüfen, lege ich ein herumliegendes Buch auf die Scan-Fläche und scanne los…

Ob es daran liegt, dass ich eher Probleme oder mehr Arbeit erwarte, dass es mich so überrascht, wenn das so läuft?

Das ist mir alles zu simpel geworden mit Linux. Wird Zeit, dass ich mir Windows mal ansehe. Das soll doch angeblich so unmöglich zu handhaben sein.