Fahren Sie fort!

Intelligenter sein ist anstrengend. Intelligenter handeln ist noch anstrengender.

Die Welt wird sich weiter drehen. Menschen werden andere Menschen voranbringen und unglaubliches leisten.

Es muss nur die richtige Umgebung geschaffen werden und ein Beethoven wird seine Symphonien, ein Goethe seine Bücher schreiben, ein Van Gogh seine Bilder malen können.

Es wird immer Menschen geben, die mit Neuem nicht umgehen wollen und es ablehnen.

Es wird immer Menschen geben, denen Veränderung so große Angst macht, dass sie fast wahnsinnig werden und andere genauso wahnsinnig mit ihrer Angst machen müssen.

Es wird immer Menschen geben, die nicht dumm sind, sich aber in einer gespielten Dummheit ausruhen, weil es einfach ist. Damit alles so bleibt, wie es ist. Weil sie wollen, dass für sie selbst alles bleibt, wie es ist.
Es wird immer Menschen geben, denen ist das eigene Wohl lieber als das der Gemeinschaft, in der sie leben.

Es wird immer Menschen geben, die so viel haben, dass sie vor Angst, dass es ihnen jemand wegnehmen könnte, fast wahnsinnig werden und andere genauso wahnsinnig mit ihrer Angst machen müssen.

Es wird immer Menschen geben, die dankbar sind für alles, was sie haben dürfen, so lange sie hier sind und die wissen, dass sie eigentlich überhaupt nichts haben, weil sie bald wieder weg sind.

Es wird immer Menschen geben, die immer da sind, wenn andere ihre Hilfe brauchen und dafür nichts wollen und es wird immer Menschen geben, die das dankbar annehmen und Menschen, die das nicht zu schätzen wissen und Menschen, die neidisch auf jene blicken, die Hilfe brauchen, einfach weil sie Hilfe kriegen.

Es wird immer Menschen geben, die sich nicht der gespielten Dummheit hingeben und sich der Verantwortung und der Mühe stellen intelligenter zu sein.

Es wird immer Menschen geben, die alle anderen weiter bringen. Komme, was wolle.

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Einfach vergessen!

Ein Elternpaar steht Arm in Arm da und winkt seinem Kind nach, was endlich erwachsen ist und in die Welt hinaus geht.

Die Mutter fragt plötzlich mit einem Anflug von Sorge in der Stimme ihre Frau, ob sie auch nichts vergessen haben.
Die andere Mutter blickt verdutzt und fragend zu ihr, zweifelnd doch mit aufkeimender Befürchtung. Sie beruhigt ihre Frau, doch kurz darauf fragt sie trotzdem zurück, was ihre Frau denn meine.
,,Du weißt schon … früher?”
Erschrocken weitet sich der Mutter Blick und beide rufen ihr Kind, um ihm noch diese wichtige Information mit auf den Weg zu geben.


,,FRÜHER WAR ALLES BESSER!”

Doch das Kind hört es nicht mehr.

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Differentialrechnung

Ich bekomme oft gesagt, ich müsse auch „die andere Seite“ betrachten. Die sei nämlich auch nicht besser.

Natürlich bekomme ich diese Aufforderung nicht aus heiterem Himmel, sondern immer dann, wenn ich mich mit jemandem über das Thema Integration unterhalte.

Am liebsten würde ich die Diskussion an dieser Stelle mit einem „F*** Y**!“ beenden, doch mein gutes Benehmen und mein Wille zur Diplomatie zwingen mich dazu, dabei zu bleiben.

Es geht mir weder hier noch sonst irgendwo darum, mit dem Finger auf Leute zu zeigen. Es geht mir nicht darum aufzuzählen, was andere scheiße machen. Das tun andere besser als ich und verdienen damit ihr Geld. Wer jemanden sucht, der die Fehler Anderer aufzeigt, findet hierfür allerlei Plattformen und Medien, um hinterher sagen zu können „endlich sagt es mal einer!“. Der Springer-Verlag freut sich über jeden Leser.

Es geht mir darum, ein paar Schritte zurück zu gehen und die Dinge mit etwas Abstand zu betrachten.

Ich habe mir auf meine ganz eigene Fahne geschrieben immer mit dem anzufangen, den ich ändern kann: mir selbst.
Weiterhin halte ich die Menschen, die Wert auf meine Ansicht legen dazu an, das auch zu tun und immer zuerst bei sich selbst zu schauen.

Wenn ich hier von Gegebenheiten berichte, die mir oder meinen Geschwistern widerfahren sind, dann sind das erst mal Berichte. Nichts weiter. Wie du damit umgehst, ist deine ganz eigene Sache. Es sagt aber etwas über dich aus.

Suchst du in dir danach, wie du in einer solchen Situation handeln würdest, wie du dich verhalten würdest oder fängst du an zu argumentieren „die sind doch auch so“?

Ich bin nicht blöd, hoffe ich.

Ich weiß, dass Integration keine Einbahnstraße ist und dass nicht nur der Wille da sein muss zu integrieren, sondern auch integriert zu werden (ver****t nochmal!). Aber wie dumm und wie kindisch ist es denn, in einer solchen Diskussion, bei einem solchen Problem immer den Finger auszustrecken und zu sagen „die sollen aber auch“!

Geh doch einfach davon aus, dass die dumm sind! Nein – Entschuldigung. Geh davon aus, dass du intelligent bist. Das kannst du sicher.

Intelligent sein ist anstrengend! Du musst immer Verständnis haben für andere. Du musst gegebenenfalls sogar für andere mitdenken, die gewisse Dinge nicht verstehen.

Das schlaucht, ich weiß. Aber so ist es nun mal.

Mir persönlich ist das Resultat, wenn ich ein paar wenige mitnehmen kann lieber, als wenn ich mich in einer aufgesetzten Dummheit zurücklehne und darauf warte, dass andere, die es einfach nicht besser wissen können, mir entgegen kommen. Mir ist meine Variante lieber als dauernd mit dem Finger auf andere zu zeigen und sich einer gefühlten Machtlosigkeit zu ergeben.

„Du kannst die Welt auch nicht verändern!“ – Ja, wer denn sonst?

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Kochbuchabschweifung

Die hier erzählte Geschichte und alle dazugehörigen Teile, sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit zu real existieren Menschen oder Ereignissen ist zufällig. Der Anfang dieser Geschichte ist hier zu finden: Kochbuch 01

Bevor ich mit der Geschichte fortfahre, bitte ich darum kurz abschweifen zu dürfen, weil es wieder einmal ein Gespräch zwischen mir und meiner Anwältin gegeben hat, was mich an meinem Verstand zweifeln lässt. Dieser Zweifel stellt sich mir in letzter Zeit sehr oft ein. Ich bitte um deine Geduld, liebe Leserin, lieber Leser. Das hier wird etwas länger aber es muss jetzt erst mal raus.

Seit der finalen Trennung, zu der es Ende 2016 gekommen ist, wenn ich das vorweg nehmen darf, kämpfe ich um Umgang mit meinem Sohn, der, während ich das schreibe, drei Jahre alt ist. Hagar versucht diesen Umgang mit allen Mitteln zu unterbinden. Dafür sind ihr auch üble Nachrede, Diffamierung und Fantastereien übermich als Mittel recht und billig.

Diese Geschichten sind oft derart bei den Haaren herbeigezogen, dass ich meist selbst nur den Kopf darüber schütteln kann.
Wenn sie beispielsweise behauptet, ich und meine Familie seien Teil mehrerer Schleuserbanden. Wir, also meine Familie und ich, würden die nächste Gelegenheit nutzen und meinen Sohn aus Deutschland heraus… tja, was sagt man dazu? Schleusen? Meine Eltern seien, Hagars Aussage nach sogar derart unfähig auf ein Kind aufzupassen, sie würden meinen Sohn bei nächster Gelegenheit töten wollen.

Das sind Geschichten, die lese ich in den anwaltlichen Briefen, die höre ich mir vor Gericht an, ziehe die Augenbrauen hoch und frage mich, wo dieser Mensch die Grenzen zieht. Die Grenzen dessen, was man einem anderen Menschen antun kann. Diese Geschichten lese und höre ich, schüttle darüber den Kopf und weiß – ich hoffe inständig, dass sie niemand glaubt.

Dann gibt es aber die Geschichten, die wie Messer sind und die mir durch mein Innerstes gehen, weil sie Menschen die mich nicht kennen, glaubhafter erscheinen können und diese Menschen mich tatsächlich für jemanden halten, der ein Kind schlagen würde.
Warum? Weil sie, weil Hagar das behauptet.

Es gibt diese Geschichten, die keinen anderen Hintergrund als Böswilligkeit haben und die nichts anderes zum Ziel haben, als mich als jemanden darzustellen, der ich nicht bin. Diese Geschichten tun mir besonders weh. Sie reißen riesige Löcher in mich, weil sie von einem Menschen kommen, dem ich eines Tages mal vertraut habe. Sie kommen von einer Frau, der ich eines Tages mal helfen wollte. Sie tun mir besonders weh, weil meine Bemühungen, dieser Frau weg von ihrem ewigen Kampf, hin zur Gutmütigkeit zu helfen, nun die Frucht trägt, dass ich dafür büßen soll.

Das wahrlich absurde sind jedoch in all diesem nicht die Geschichten, die sie so fantasievoll erdenkt und erzählt, sondern dass man ihr glaubt. Oder wohl glauben muss? Und dass ich nicht angehört werde.

Wir, die wir hier in diesem Rechtssystem aufgewachsen sind, denken zunächst, dass als Erstes die Unschuldsvermutung gilt. In diesem Fall hat aber das Wohl des Kindes und das Vorsichtsgebot die oberste Priorität, was ich absolut richtig finde. Behauptet die Mutter, der Vater schlage das Kind, dann muss dem zuerst geglaubt werden.

In diesem Zusammenhang wird allerdings die Möglichkeit außer Acht gelassen, dass die Mutter dem Kindeswohl schaden könnte.
So weit möchte ich in meiner Abschweifung jetzt aber gar nicht gehen. Das wird aber leider Inhalt einer anderen Geschichte werden müssen.

Hier geht es mir darum zu berichten, dass ich im Verlaufe der vergangenen drei Jahre immer wieder feststellen musste, dass die Anwälte, die mich vertreten sollten, zuerst alle sehr motiviert auf mich wirkten. Sie stimmten mir in meinen Ausführungen zu, sie machten mir Mut, sie schüttelten den Kopf über die Dinge, die Hagar über mich erzählt und wie sie sich vor Gericht aufführt. Und vor Allem äußerten sie Unverständnis über die Untätigkeit ihrer Anwaltsvorgänger. Mittlerweile habe ich nämlich schon einige Anwälte gewechselt, weil ich eben immer wieder irgendwann feststellen musste, dass ich nicht mehr vertreten werde.

Während die Anwältin Hagars jede noch so krude Behauptung vor Gericht aufstellt, diese angehört werden und ihnen immer mehr hinzugefügt wird, wird mir regelrecht der Mund verboten und ich bekomme nicht mal die Gelegenheit mich gegen diese Behauptungen zur Wehr zu setzen. Ich soll diese alle „charmant wegstecken“, wie es mir meine jetzige Anwältin immer wieder rät.

Was für eine tiefe Abneigung ich mittlerweile gegen dieses „charmant wegstecken“ entwickelt habe, malt sich meine Anwältin vermutlich nicht aus. Es wirkt auf mich, als glaube sie ich wolle ebenso unverschämt, laut und frech vor Gericht sein wie Hagar. Dabei will ich einfach nur sagen, dass diese Behauptungen über mich falsch sind.

Wann immer Hagar Geschichten darüber erzählt, wie brutal und aggressiv ich gewesen sein soll, bekomme ich keine Möglichkeit zu einer Gegendarstellung, weil entweder der Richter am liebsten schnell abschließen will oder sie mir ins Wort fällt.

Ihre Anwältin hingegen scheint sie gar dazu anzustacheln solche Geschichten zu erzählen, um dadurch Zeit und Mitleid zu gewinnen. Sie nimmt es mit dem Richter auf und beharrt auf jedes noch so kleine Recht ihrer Mandantin. Sie legt sich mit dem Richter regelrecht an, bis der mit seiner Geduld am Ende ist, was sich auch auf mich auswirkt.

Während Hagar sich vor Gericht verlässlich und regelmäßig daneben benimmt und sich nicht an Absprachen hält, bin ich der, der Kompromisse eingeht, den Dialog sucht und immer wieder betont, dass ich nur mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen möchte.
Bei unserem aller ersten Gerichtstermin stillte sie unseren Sohn im Gerichtssaal, obwohl sie damit bereits zwei Monate zuvor aufgehört hatte.

Mein Wille Zeit mit meinem Sohn zu verbringen ist, soweit ich das gelesen habe, auch alles andere als selbstverständlich, weswegen ich nicht verstehe, weshalb ihr dabei geholfen wird, mir das zu erschweren.
Ihr erklärtes Ziel ist es, das zu verhindern.

Ich habe hierzu noch so viel auf der Seele, doch es wird noch genug Gelegenheit geben das alles zu erzählen. Sie wird mir noch genug Gelegenheit geben. Aber jetzt erst mal weiter mit der Geschichte.

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Paralipse

Als Subscriber meines Geschreibsels hier, möchte ich dich, liebe Leserin, lieber Leser gerne dafür belohnen, dass du mir folgst.
Heute habe ich das große Bedürfnis danach mich dafür mit einem Ohrwurm zu bedanken, der mich schon den ganzen Tag (mindestens) begleitet.

Dass es in meinen Blog passt, weil es lebensbejahend und von Grund auf positiv ist, lasse ich hierbei unerwähnt und wünsche ein schönes Wochenende!

Also ohne weiteren Aufschub:

DON’T STOP ME NOW!

Gern geschehen! 😉

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Kochbuch 03

Die hier erzählte Geschichte und alle dazugehörigen Teile, sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit zu real existieren Menschen oder Ereignissen ist zufällig. Der Anfang dieser Geschichte ist hier zu finden: Kochbuch 01

Ich studierte zu dem Zeitpunkt, als ich sie kennen lernte, in Bonn Informatik. Ich war kein Überflieger, kam aber gut voran. Im Studentenwohnheim hatte ich Kontakt zu vielen Menschen und hatte Gelegenheit mein offenes Wesen auszuleben. Ich saugte alle Eindrücke auf und freute mich über jeden neuen Einfluss. Jeder neue Mensch war eine Bereicherung für mich und mein Freundeskreis wuchs stetig.

Meine Welt war stabil und mir konnte nichts passieren. Glaubte ich.

In meiner Naivität hielt ich mich für so stark, dass ich dachte ihr und womöglich noch allen anderen aus ihrer Familie helfen zu können, die meine Hilfe haben wollten. Dass schließlich nicht ich sie hoch-, sondern sie mich herunterziehen würde, konnte ich nicht ahnen und hätte es auch nie geglaubt.

Wie hätte ich ahnen können, dass es darauf hinauslaufen würde, dass sie das Gift ihres Elternhauses bereits derart verinnerlicht hatte, dass sie es selbst nicht mehr als Fremdstoff wahrnahm, sondern es anscheinend lebensnotwendig geworden war. Dass sie mittlerweile dieses Gift selbst versprühte und es brauchte, wie die Luft zum Atmen.

Und sie hat mich damit krank gemacht. Mit ihrer andauernden Verlustangst und Eifersucht, die so weit ging, dass sie jeden Bezug und jede Erinnerung an meine Vergangenheit ohne sie bei mir auszulöschen versuchte. Fotos, Hobbys in Form meiner Gitarre, ja sogar Kleidung, die mein altes Leben vor ihr in einer bestimmten Weise repräsentierten, verschwanden spurlos.

Ihre Missgunst anderen Menschen gegenüber brachte uns oft in Schwierigkeiten. Unzählige Male fand ich mich in der unangenehmen Situation wieder, uns wegen etwas rechtfertigen, verteidigen oder entschuldigen zu müssen, wozu sie in facebook etwas sagen musste.

Der Inhalt war immer trivial und beschränkte sich auf Klatsch und Tratsch, der dort unter ihresgleichen herrschte. Das war für sie wie ein Lebenselixier und sie beteiligte sich rege daran. Selbstverständlich trug sie auch ihren Teil bei, was dazu führte, dass ich es oft mit aufgebrachten Ehemännern oder Frauen zu tun hatte, die mir haarsträubendes darüber berichteten, was sie geschrieben haben soll. Ebenso schockierend war es für mich zu erfahren, über welche Nichtigkeiten sie sich mit diesen Leuten stritt. Leute, mit denen ich sonst nichts zu tun hatte oder haben wollte.

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Widerwillens

(This post is also available in English: “Repugnance” )

Spreche ich davon, wie ich mit den Einflüssen der Welt auf mich umgehe, werde ich oft verwundert angesehen. Besonders im Bezug auf meine Einstellung zu Nachrichten oder dem, was wir als solche aufgedrückt bekommen.

Ich schaue keine Nachrichten. Nicht freiwillig. Kriege ich sie doch irgendwo widerwillens unter die Nase gerieben, erinnert es mich warum ich dabei bleiben werde.

Ich wage sogar zu behaupten, dass ich mit dieser Entscheidung besser lebe, als manch eine, die täglich stundenlang Nachrichten konsumiert. Vielleicht nicht am Stück. Aber von der morgendlichen Meldung die verfolgt wird, über den Ticker, der uns den ganzen Tag mit Eilmeldungen begleitet, bis zur abendlichen, ausführlichen Berichterstattung mit Hintergründen und bildreichem Material.

Was tut das mit uns? Mit mir tat es, dass es Probleme vergrößerte, die eigentlich keine oder nicht meine sind. Es richtet den Fokus auf Dinge, die nichts mit mir zu tun haben. Dinge, die sicher oft schlimm sind, doch an denen ich nichts ändern kann. Weder durch, noch ohne mein Wissen von ihrer Existenz. Sie machen mich traurig, wütend, krank.

Gründe dafür zu suchen, weshalb ich diese Nachrichten verfolgte wie alle anderen auch, erscheint mir müßig. Wahrscheinlich aus dem Grund, den mir jeder nennt, wenn ich sage, dass ich keine Nachrichten gucke: man will doch informiert sein. Heute sage ich: warum?

Was bringt es mir zu wissen, dass es in den USA wieder eine Schießerei in einer Schule gegeben hat? Es sorgt ausschließlich dafür, dass wir Angst davor kriegen, dass so etwas auch bei uns passiert.

Was hat es für einen Wert für mich zu wissen, dass die griechische Wirtschaft zusammenbricht und Deutschland eingreift? Macht das meinen Schlaf irgendwie angenehmer? Oder wird mein Schlaf dadurch angenehmer, dass ich so etwas weiß und mich darüber aufregen kann? Meiner Erfahrung nach nicht. Warum muss ich über ein solches Thema „mitreden“ können, dazu eine Meinung haben? Es gibt genug Halbwissende, „Experten“ und „Fachleute“, ohne dass ich meinen Senf dazu gebe.

Was hat es für einen Wert für mich, wenn mal wieder gezeigt wird, wie Menschen in Gaza von allen Seiten eingesperrt und systematisch ausgehungert werden? Ich kann es nicht ändern und Taten der Welt zu diesem Thema tragen nicht dazu bei, dass ich glaube, dass es Gerechtigkeit auf der Welt gibt.

Warum muss ich mir, um als informiert zu gelten, en Detail ansehen, wie Menschen auf aller Welt sich gegenseitig aus den idiotischsten Gründen abschlachten?
Was bringt es mir zu wissen, dass alle wissen, dass es Organisationen gibt, die systematisch seit Jahrhunderten Kinder missbrauchen und es Menschen gibt, die ihre Kinder trotzdem weiter dort hinschicken?

Und je deutlicher, je bildhafter es mir dargeboten wird, desto … besser?

Es hat keinen Wert für mich und mein Leben. Es zerstört mir mein Wohlbefinden und führt zu einem kranken Geist, der ständig das schlimmste befürchtet. Es führt dazu, dass wir Menschen nach den Taten anderer Menschen verurteilen, weil wir Rückschlüsse ziehen. Ich weiß all diese schlimmen Dinge selbst und ich kann nichts daran ändern, also ändere ich meine Einstellung zu diesen Einflüssen und jenen, die vom Verkauf dieses alltäglichen Hasses leben. Ich muss mich nicht dauernd daran erinnern lassen, danke.

Ich entlarve sie für mich. Ich höre ihrem Geschrei nicht mehr zu und halte mich fern von dem, was sie in mir erreichen wollen. Das Säen von Hass und Vorurteilen durch die klare Nennung von Zugehörigkeit. Es ist noch kein Opfer eines Attentats dadurch zurück gekommen, dass wir das Motiv des Täters nannten. Das ist vielleicht interessant für behandelnde Ärzte aber es ist schädlich für die meisten anderen Menschen. Ich halte mich fern von jenen, die predigen wie schlecht ich es angeblich habe, weil wir als Gemeinschaft anderen helfen, die Hilfe nötig haben. Ich hoffe niemals fliehen zu müssen.

Ich halte mich fern von jenen, die Neid und Missgunst unter den Menschen verbreiten und das unter dem Deckmantel der Information tun. Ich halte mich fern von jenen, die aus der detaillierten Darstellung alles Schlechten Profit schlagen.

Versuch es mal!

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