Kochbuch 06 – Bedrängnis

Die hier erzählte Geschichte und alle dazugehörigen Teile, sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit zu real existieren Menschen oder Ereignissen ist zufällig. Der Anfang dieser Geschichte ist hier zu finden: Kochbuch 01

Einige dieser Geschichten könnte man vielleicht in anderen, problematisch ausgegangenen Ehen auch wiederfinden. Andere wiederum sind derart wahnsinnig, dass ich beim Aufschreiben denke, dass sie mir niemand glauben wird. Vielleicht würde ich sie selbst nicht glauben, würde ich sie nicht selbst erleben. Aber die Entscheidung über Glaube oder Unglaube kann ich nicht fällen. Ich halte einfach fest, was mir widerfahren ist.

So, wie ich gerade daran zweifle, dass mir jemand glaubt, habe ich an meinem Verstand gezweifelt, als ich dieses Wochenende nach Hause kam und sah, was ich jetzt schildern werde.

Als diese Dinge geschahen, arbeitete und wohnte ich während der Woche bei einem Freund in Aachen und fuhr am Wochenende nach Hause in meine eigene Wohnung nach Essen.

Sobald ich in die Wohnung kam, öffnete ich immer zuerst die Fenster und zog die Rollos hoch, um zu lüften. Aus Rücksicht auf meine Nachbarn, ließ ich an manchen Wochenenden die Rollos unten und öffnete lediglich die Fenster. Meist weil es schon sehr spät am Abend war und die Rollos sehr laut sind. So auch an diesem bestimmten Wochenende. Als ich sie am nächsten Morgen dann hoch zog blickte ich hinaus in den Hof, wo sich meine Garage und ein kleiner Garten befanden, die ich quasi alleine nutzte. Ich sah, dass dort einige Dinge, darunter auch das Laufrad meines Sohnes und mein Räucherschrank, mitten im Garten verteilt lagen.

Ich erschrak über diesen Anblick aber mein erster Gedanke, neben dem Schrecken, war die Frage, ob ich diese Dinge möglicherweise selbst dort habe liegen lassen und mich einfach nicht mehr daran erinnerte. Es war einfach alles aufgehäuft und lag verteilt da, was nicht meine Art ist.
Ich ging auf den Hof und schaute aus der Nähe, ob etwas auf einen Einbruch oder Diebstahl hinwies. Doch nichts fehlte und es war auch nichts zerbrochen oder beschädigt.

Nach einer rationalen Erklärung suchend und hoffend, dass meine Nachbarn vielleicht ihren Wagen im Hof gewaschen hatten, wie sie es manchmal taten, schritt ich etwas beschämt zu den Nachbarn über mir, um zu klingeln und zu fragen, ob sie eventuell die Dinge so im Garten umgestellt hatten. Sie konnten mich nicht beruhigen. Mitbekommen hatten sie auch nichts.

Die Gewissheit über die Wahrscheinlichkeit, dass Hagar oder einer ihrer Handlanger sich mit ihrem bisher nicht abgegebenen Haus- oder Garagenschlüssel Zutritt während meiner Abwesenheit verschafft hat, wurde größer und bereitete mir immer mehr Unbehagen.

Der Austausch von Schlössern und die Installation von Kameras sollten also nun der Status sein, an dem sich dieser Konflikt gerade befindet?

Streng genommen sollte mich das wohl nicht mehr überraschen, nachdem ihr Mann und ihre Brüder mittlerweile sogar vor halsbrecherischen Manövern nach einem der Umgangstermine nicht zurück schreckten.

Mittlerweile hatten die Umgangstermine bzw die Treffen zur Übergabe, den Charakter eines illegalen Handels auf einem Parkplatz angenommen und ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen, die das aus der Entfernung sehen, etwas in der Art auch annehmen.

Nachdem ihre Brüder und ihr neuer Mann mich auf einem öffentlichen und zentralen Parkplatz mit ihren Autos bedrängt und bedroht hatten, musste ich gerichtlich durchsetzen, dass wir dazu übergehen uns auf dem Parkplatz der örtlichen Polizei zu treffen und dort den Empfang unseres Sohnes durchführen.

Bei diesen Übergaben blieb sie zu Hause und schickte ihren Mann. Ob dieser ihr befiehlt dort zu warten oder sie ihm befiehlt die Übergabe mit mir durchzuführen, weiß ich nicht. Um das Clichée der armen, unterdrückten Frau mit Kopftuch aber nicht zu befeuern, denn sie ist das Gegenteil und der lebende Beweis dafür, dass es ein reines Clichée ist, sage ich, dass sie die Fäden in der Hand hält. Auch, was die Übergabe und ihre ausbleibende Teilnahme daran betrifft.

Für mich zählte nur, was gerichtlich geregelt war. Wer anwesend sein durfte und wer nicht. Das war keine Härte meinerseits, sondern das Resultat von 13 Verfahren, das 14. war zur Niederschrift dieses Textess grade im Anflug, innerhalb von 2,5 Jahren, die gegen mich angestrengt wurden. Ich achtete mittlerweile auf jedes geschriebene Wort.

Jedenfalls kamen sie, entweder ihr neuer Ehemann oder der Bruder, den sie während unserer Ehe noch gerichtlich auf Distanz halten wollte, wortkarg und latent aggressiv, meinen Sohn ungeduldig zu mir hin- oder von mir wegzerrend. Und sie ist nicht dabei.

Nach dem letzten Treffen, ich hatte meinen Sohn gerade zu diesem Parkplatz zurück gebracht und er war wie immer verspätet abgeholt worden, bemerkte ich auf dem Rückweg plötzlich, wie ein Auto auf der Landstraße auf der ich unterwegs war, hinter mir sehr schnell zu mir aufschloss. Ich erkannte bald, dass das Auto welches da angerast kam, jenes war, in dem Hagars Bruder und ihr Ehemann meinen Sohn abgeholt hatten. Es war noch ein weiteres Kind im Auto.

Der Fahrer fuhr auf, ließ den Motor aufheulen und ich fühlte mich schnell bedrängt und genötigt selbst auf fast 100 km/h zu beschleunigen. Kurz überlegte ich, ob ich mal die Bremse antippe, um ihn zu erschrecken, doch ich verwarf diesen Gedanken schnell wieder, da mein Sohn ja auch in dem Auto saß und ich nicht riskieren wollte, dass ihm durch mein Verhalten etwas passiert. Es blieb mir also nichts, als diese Nötigung über mich ergehen zu lassen.

Fünf Minuten später, die sich für mich wie Stunden anfühlte, war der Spuk vorbei und der Wagen raste in halsbrecherischer Geschwindigkeit an mir vorbei. Mein Sohn winkte mir im Vorbeifahren zu.

Schweißgebadet fuhr ich rechts ran, um kurz auszusteigen und ein paar Minuten durchzuatmen.

Während dieses Manövers hatte ich ernsthaft damit gerechnet, dass mir etwas zustößt, war aber außergewöhnlich gefasst. Diese Anspannung löste sich jetzt und während mir die Bilder durch den Kopf flogen, was alles hätte passieren könen, wählte ich wie in Hypnose eine Nummer aus meiner Anrufliste. Meine Mutter ging ran.

So schwierig es nun auch war ausgerechnet mit ihr in dieser Situation zu sprechen, schließlich wollte ich mich beruhigen und nicht sie besorgen, ließ ich mich auf ein simples Gespräch, etwas small-talk ein.

Sie fragte mich gelassen, ob ich gerade meinen Sohn abgegeben hatte und ob alles gut gelaufen war. Ich antwortete „klar, was soll schief gehen?“
„War deine Ex auch da?“ fragte sie und ich antwortete, dass wie immer nur ihr Mann dagewesen war.
Sie beendete darauf bald das Gespräch mit einer Einladung zum Essen und wir verabschiedeten uns voneinander.

Sie sollte doch bitte nur in der Leitung bleiben. Zwar wollte ich ihr nichts von dem sagen was gerade vorgefallen war, doch wollte ich einfach jemanden haben, der gerade am anderen Ende dieses Telefons ist.

Einen Abend zuvor hatte ich mit meinen Eltern tatsächlich noch die Diskussion, ob es nicht vielleicht vernünftig wäre vorrübergehend meinen Sohn zu „vergessen“ und auf den Streit vor Gericht wegen Durchführung von Übernachtungen zu verzichten.

Aber das kam für mich ebenso wenig in Frage, wie die Erwähnung dessen, was gerade kurz vor diesem Anruf vorgefallen war. Ich ließ sie also das Gespräch beenden und verabschiedete mich und fuhr weiter.

Mein Freund, dem ich diese Geschichten erzähle, versucht mich immer zu beruhigen und mir zu sagen, ich soll mich nicht von meiner Ex und ihren Schikanen einschüchtern lassen, nicht paranoid werden, weil sie das genau erreichen will.

Rational weiß ich, er hat recht aber wie zum Teufel soll ich das bitte machen? Seit diesen Vorfällen ertappe ich mich wieder dabei, wie ich genauer hinter jede Ecke schaue. Selbst die Sorge, dass sie etwas an meinem Auto manipuliert oder manipulieren lässt, habe ich besagtem Freund bereits genannt.

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Kochbuch 05

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Noch während unseres ersten Ehejahres, musste ich feststellen, wie sehr Hagar selbst die patriarchalischen, unterdrückenden Denkmuster ihres Elternhauses verinnerlicht hatte. Besonders an diesem Beispiel kann ich das gut zeigen: Sie hat im Verlauf unserer Ehe mehrmals ihr Kopftuch thematisiert, was sie immer trug, wenn wir nicht alleine waren.
Sie trug es nicht so, wie es den meisten Menschen klassisch bekannt ist, mit einer Wicklung, die um Hals oder Kinn geht, sondern mehr so, dass es aussieht, wie eine Mütze oder ein Handtuch, was um die Haare gewickelt ist.

Es war ihr immer unangenehm und sie schämte sich dafür, wie sie mir oft gegenüber äußerte und ich entgegnete dann, dass sie es dann doch ablegen solle.

Sie tat es nicht, aus Sorge man könne sie sehen und sie ihrer Familie melden. Dieses Problem war aus ihrer Sicht nur durch meinen Beitrag zu lösen, was so absurd wie unvorstellbar für mich war: Ich sollte ihr befehlen das Kopftuch nicht mehr zu tragen, weil sie das dann besser vor ihrer Familie rechtfertigen konnte.

Trotz langer Diskussionen und vielem Streit, habe ich mich nicht hinreißen lassen etwas solches auszusprechen und blieb bei meiner Aussage, dass es ihr selbst obliegt, ob sie es tragen oder abnehmen möchte und ich ihr da keine Vorschrift in die eine oder andere Richtung zu machen habe oder machen will. Mit oder ohne Kopftuch würde ich stets zu ihr stehen, war meine einzige Aussage hierzu. Damit konnte sie nichts anfangen.

So blieb es letztlich bei dem Kopftuch, denn sie konnte es jetzt nicht ablegen und behaupten, ihr Ehemann zwinge sie es nicht zu tragen. Bei ihren Freundinnen klagte sie nun darüber, ich sei nicht Manns genug es ihr zu verbieten. Warum sie nicht einfach behauptet hat, ich habe es ihr befohlen, wird mir, jetzt da ich dieseDinge aufschreibe, nicht klar. Aber das sollte nicht das einzige Verhalten dieser Frau bleiben, was mir unverständlich bleiben sollte.

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Kochbuch 04

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Ich habe lange versucht, sie für diesen Klatsch und Tratsch unempfindlich zu machen. Ihr zu sagen, dass sie die Leute reden lassen soll, dass sie auf geschriebenes bitte nicht reagieren möchte, was sie oder uns betrifft.
Aber sie hat nie eine Distanz zwischen dem aufbauen können (oder wollen), was in sozialen Netzwerken geschrieben wird und was wirklich ist. Im Gegenteil. Sie versuchte mir klarzumachen, es sei meine Pflicht als Ehemann sie gegen diese Diffamierungen verteidigen, da auch meine Ehre auf dem Spiel und Prüfstand stehe. Schließlich müsse ein Ehemann, unter welchen Umständen auch immer, zu seiner Ehefrau stehen und sie mit allen Mitteln und gegen alles verteidigen.

Und tatsächlich habe ich auch das versucht, um ihr entgegen zu kommen. Um ihr zu zeigen, dass ich hinter ihr stehe, habe ich mich mit wildfremden Menschen über absolute Nichtigkeiten gestritten. Nicht online, sondern von Angesicht zu Angesicht. Zwar sagte ich ihr zuvor, dass ich ihr Handeln nicht gutheiße, doch ich verteidigte sie.

In vielen Fällen musste ich sie bitten, sich zu entschuldigen, da alles gegen sie sprach. Natürlich lehnte sie das aber kategorisch ab. Sie wisse, dass sie einen Fehler gemacht habe, sagte sie. Doch eine Entschuldigung kam in ihrer Welt und ihrem Verständnis nach einer Unterwerfung gleich und meine Aufgabe bestand darin, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Statt Entschuldigungen Beteuerte sie mir gegenüber gerne, dass sich diese Dinge nicht mehr wiederholen würden. Leeres Gerede, wie sich herausstellte und es ging einfach so weiter. Sie schrieb ihre Kommentare, teilte weiter überall aus und ließ sich nicht davon abbringen ihre virtuelle Ehre zu verteidigen.

Ich hörte aber recht schnell wieder damit auf, für sie den Kopf hinzuhalten. Einerseits natürlich weil ich dieses Verhalten nicht mit meiner Unterstützung für sie fördern wollte, andererseits weil es mir unsagbar unangenehm war und mich die Menschen bereits ansprachen und mir sagten, ich möchte doch bitte mal ein ernstes Wort mit meiner Frau sprechen.

Diese Kämpfe ließ ich sie also ohne mich ausfechten. Die Kämpfe zwischen ihr und mir, die in regelmäßigen Abständen aufflammten, wenn wieder aufgebrachte Menschen bei mir anriefen, weil sie wieder sachen gegen jemanden geschrieben hat, reichten mir. So eine Geschichte sollte dann eines Tages auch der Tropfen werden, der mein Fass zum Überlaufen bringen würde. Doch ich will nicht vorgreifen.

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Kochbuchabschweifung

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Bevor ich mit der Geschichte fortfahre, bitte ich darum kurz abschweifen zu dürfen, weil es wieder einmal ein Gespräch zwischen mir und meiner Anwältin gegeben hat, was mich an meinem Verstand zweifeln lässt. Dieser Zweifel stellt sich mir in letzter Zeit sehr oft ein. Ich bitte um deine Geduld, liebe Leserin, lieber Leser. Das hier wird etwas länger aber es muss jetzt erst mal raus.

Seit der finalen Trennung, zu der es Ende 2016 gekommen ist, wenn ich das vorweg nehmen darf, kämpfe ich um Umgang mit meinem Sohn, der, während ich das schreibe, drei Jahre alt ist. Hagar versucht diesen Umgang mit allen Mitteln zu unterbinden. Dafür sind ihr auch üble Nachrede, Diffamierung und Fantastereien übermich als Mittel recht und billig.

Diese Geschichten sind oft derart bei den Haaren herbeigezogen, dass ich meist selbst nur den Kopf darüber schütteln kann.
Wenn sie beispielsweise behauptet, ich und meine Familie seien Teil mehrerer Schleuserbanden. Wir, also meine Familie und ich, würden die nächste Gelegenheit nutzen und meinen Sohn aus Deutschland heraus… tja, was sagt man dazu? Schleusen? Meine Eltern seien, Hagars Aussage nach sogar derart unfähig auf ein Kind aufzupassen, sie würden meinen Sohn bei nächster Gelegenheit töten wollen.

Das sind Geschichten, die lese ich in den anwaltlichen Briefen, die höre ich mir vor Gericht an, ziehe die Augenbrauen hoch und frage mich, wo dieser Mensch die Grenzen zieht. Die Grenzen dessen, was man einem anderen Menschen antun kann. Diese Geschichten lese und höre ich, schüttle darüber den Kopf und weiß – ich hoffe inständig, dass sie niemand glaubt.

Dann gibt es aber die Geschichten, die wie Messer sind und die mir durch mein Innerstes gehen, weil sie Menschen die mich nicht kennen, glaubhafter erscheinen können und diese Menschen mich tatsächlich für jemanden halten, der ein Kind schlagen würde.
Warum? Weil sie, weil Hagar das behauptet.

Es gibt diese Geschichten, die keinen anderen Hintergrund als Böswilligkeit haben und die nichts anderes zum Ziel haben, als mich als jemanden darzustellen, der ich nicht bin. Diese Geschichten tun mir besonders weh. Sie reißen riesige Löcher in mich, weil sie von einem Menschen kommen, dem ich eines Tages mal vertraut habe. Sie kommen von einer Frau, der ich eines Tages mal helfen wollte. Sie tun mir besonders weh, weil meine Bemühungen, dieser Frau weg von ihrem ewigen Kampf, hin zur Gutmütigkeit zu helfen, nun die Frucht trägt, dass ich dafür büßen soll.

Das wahrlich absurde sind jedoch in all diesem nicht die Geschichten, die sie so fantasievoll erdenkt und erzählt, sondern dass man ihr glaubt. Oder wohl glauben muss? Und dass ich nicht angehört werde.

Wir, die wir hier in diesem Rechtssystem aufgewachsen sind, denken zunächst, dass als Erstes die Unschuldsvermutung gilt. In diesem Fall hat aber das Wohl des Kindes und das Vorsichtsgebot die oberste Priorität, was ich absolut richtig finde. Behauptet die Mutter, der Vater schlage das Kind, dann muss dem zuerst geglaubt werden.

In diesem Zusammenhang wird allerdings die Möglichkeit außer Acht gelassen, dass die Mutter dem Kindeswohl schaden könnte.
So weit möchte ich in meiner Abschweifung jetzt aber gar nicht gehen. Das wird aber leider Inhalt einer anderen Geschichte werden müssen.

Hier geht es mir darum zu berichten, dass ich im Verlaufe der vergangenen drei Jahre immer wieder feststellen musste, dass die Anwälte, die mich vertreten sollten, zuerst alle sehr motiviert auf mich wirkten. Sie stimmten mir in meinen Ausführungen zu, sie machten mir Mut, sie schüttelten den Kopf über die Dinge, die Hagar über mich erzählt und wie sie sich vor Gericht aufführt. Und vor Allem äußerten sie Unverständnis über die Untätigkeit ihrer Anwaltsvorgänger. Mittlerweile habe ich nämlich schon einige Anwälte gewechselt, weil ich eben immer wieder irgendwann feststellen musste, dass ich nicht mehr vertreten werde.

Während die Anwältin Hagars jede noch so krude Behauptung vor Gericht aufstellt, diese angehört werden und ihnen immer mehr hinzugefügt wird, wird mir regelrecht der Mund verboten und ich bekomme nicht mal die Gelegenheit mich gegen diese Behauptungen zur Wehr zu setzen. Ich soll diese alle „charmant wegstecken“, wie es mir meine jetzige Anwältin immer wieder rät.

Was für eine tiefe Abneigung ich mittlerweile gegen dieses „charmant wegstecken“ entwickelt habe, malt sich meine Anwältin vermutlich nicht aus. Es wirkt auf mich, als glaube sie ich wolle ebenso unverschämt, laut und frech vor Gericht sein wie Hagar. Dabei will ich einfach nur sagen, dass diese Behauptungen über mich falsch sind.

Wann immer Hagar Geschichten darüber erzählt, wie brutal und aggressiv ich gewesen sein soll, bekomme ich keine Möglichkeit zu einer Gegendarstellung, weil entweder der Richter am liebsten schnell abschließen will oder sie mir ins Wort fällt.

Ihre Anwältin hingegen scheint sie gar dazu anzustacheln solche Geschichten zu erzählen, um dadurch Zeit und Mitleid zu gewinnen. Sie nimmt es mit dem Richter auf und beharrt auf jedes noch so kleine Recht ihrer Mandantin. Sie legt sich mit dem Richter regelrecht an, bis der mit seiner Geduld am Ende ist, was sich auch auf mich auswirkt.

Während Hagar sich vor Gericht verlässlich und regelmäßig daneben benimmt und sich nicht an Absprachen hält, bin ich der, der Kompromisse eingeht, den Dialog sucht und immer wieder betont, dass ich nur mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen möchte.
Bei unserem aller ersten Gerichtstermin stillte sie unseren Sohn im Gerichtssaal, obwohl sie damit bereits zwei Monate zuvor aufgehört hatte.

Mein Wille Zeit mit meinem Sohn zu verbringen ist, soweit ich das gelesen habe, auch alles andere als selbstverständlich, weswegen ich nicht verstehe, weshalb ihr dabei geholfen wird, mir das zu erschweren.
Ihr erklärtes Ziel ist es, das zu verhindern.

Ich habe hierzu noch so viel auf der Seele, doch es wird noch genug Gelegenheit geben das alles zu erzählen. Sie wird mir noch genug Gelegenheit geben. Aber jetzt erst mal weiter mit der Geschichte.

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Kochbuch 03

Die hier erzählte Geschichte und alle dazugehörigen Teile, sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit zu real existieren Menschen oder Ereignissen ist zufällig. Der Anfang dieser Geschichte ist hier zu finden: Kochbuch 01

Ich studierte zu dem Zeitpunkt, als ich sie kennen lernte, in Bonn Informatik. Ich war kein Überflieger, kam aber gut voran. Im Studentenwohnheim hatte ich Kontakt zu vielen Menschen und hatte Gelegenheit mein offenes Wesen auszuleben. Ich saugte alle Eindrücke auf und freute mich über jeden neuen Einfluss. Jeder neue Mensch war eine Bereicherung für mich und mein Freundeskreis wuchs stetig.

Meine Welt war stabil und mir konnte nichts passieren. Glaubte ich.

In meiner Naivität hielt ich mich für so stark, dass ich dachte ihr und womöglich noch allen anderen aus ihrer Familie helfen zu können, die meine Hilfe haben wollten. Dass schließlich nicht ich sie hoch-, sondern sie mich herunterziehen würde, konnte ich nicht ahnen und hätte es auch nie geglaubt.

Wie hätte ich ahnen können, dass es darauf hinauslaufen würde, dass sie das Gift ihres Elternhauses bereits derart verinnerlicht hatte, dass sie es selbst nicht mehr als Fremdstoff wahrnahm, sondern es anscheinend lebensnotwendig geworden war. Dass sie mittlerweile dieses Gift selbst versprühte und es brauchte, wie die Luft zum Atmen.

Und sie hat mich damit krank gemacht. Mit ihrer andauernden Verlustangst und Eifersucht, die so weit ging, dass sie jeden Bezug und jede Erinnerung an meine Vergangenheit ohne sie bei mir auszulöschen versuchte. Fotos, Hobbys in Form meiner Gitarre, ja sogar Kleidung, die mein altes Leben vor ihr in einer bestimmten Weise repräsentierten, verschwanden spurlos.

Ihre Missgunst anderen Menschen gegenüber brachte uns oft in Schwierigkeiten. Unzählige Male fand ich mich in der unangenehmen Situation wieder, uns wegen etwas rechtfertigen, verteidigen oder entschuldigen zu müssen, wozu sie in facebook etwas sagen musste.

Der Inhalt war immer trivial und beschränkte sich auf Klatsch und Tratsch, der dort unter ihresgleichen herrschte. Das war für sie wie ein Lebenselixier und sie beteiligte sich rege daran. Selbstverständlich trug sie auch ihren Teil bei, was dazu führte, dass ich es oft mit aufgebrachten Ehemännern oder Frauen zu tun hatte, die mir haarsträubendes darüber berichteten, was sie geschrieben haben soll. Ebenso schockierend war es für mich zu erfahren, über welche Nichtigkeiten sie sich mit diesen Leuten stritt. Leute, mit denen ich sonst nichts zu tun hatte oder haben wollte.

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Kochbuch 02

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Alle beugten sich der despotischen Herrschaft des Patriarchen und seiner Handlanger, der Söhne. Es gab keinerlei Widerstand in dem Haushalt, in dem meine Ex aufgewachsen ist. Die Söhne durften am schulischen und gesellschaftlichen Leben teil haben, die Töchter nicht. So war es in ihrer Welt einfach. Widerstand wurde mit Gewalt erstickt und da, wo die Religion nicht als Totschlagargument funktionierte, weil sie diese Umstände nicht stützte, wurde sich auf die Sitten und Gebräuche berufen.

Vielleicht höre ich mal auf, sie immer nur „meine Ex“ zu nennen. Ihr Name ist Hagar. Die Hoffnung für sie, ihren heimischen Umständen zu entfliehen, bestand in der Flucht durch Heirat.

Einfach ohne zu heiraten abhauen, kam für sie nicht infrage. Die Angst davor, dass die Familie sonst gewalttätig gegen sie sein könnte und eventuell auch gegen den Menschen mit dem sie flieht, hier also mich, war zu groß und eine Heirat sollte das verletzte familiäre Ehrgefühl zumindest dämpfen.

Nach unserer amtlichen Eheschließung, mehr war es nicht, war aber die Sorge und Angst nicht weg. Genauso wenig war anscheinend die Ehre ihrer Familie geschont geblieben. Am selben Abend noch begannen sie damit nach uns zu suchen. Und noch am selben Abend veranlassten wir eine Auskunftssperre bei der Polizei.

Ich war ihr zweiter großer, und bis dahin längster Fluchtversuch. Bevor ich kam, hatte sie schon etliche vorsichtigere Versuche unternommen. Sechs Mal hatte sie sich verlobt und zwei Mal eine islamische Trauung probiert, um auf diesem Weg dort heraus zu kommen. Die Herren, die es vor mir versucht hatten, hatten allerdings entweder nicht die Geduld oder nicht den Willen diesem gebrochenen Menschen zu helfen. Das ist aber Spekulation.
Sie erzählte mir während unserer Ehe, dass sie den Respekt vor manchen Herren verloren hatte, die sich genau wie sie selbst, von ihrer Familie einschüchtern ließen. Darauf verließ sie diese Männer, die sich nicht als die Ritter erwiesen, die sie in ihnen zuerst gesehen hatte und suchte woanders weiter.

Dass in einer Partnerschaft kein Platz für Gewalt jedweder Art ist, war und ist für mich selbstverständlich und das wollte ihr auch zeigen. Mein Glaube an das prinzipiell Gute im Menschen war Antrieb und ich wollte das bei ihr zutage fördern, es kultivieren. Hoffend, glaubend, wissend, dass in diesem Menschen auch etwas Wunderbares steckt – stecken muss!

Wenn sie mich ließ, wollte ich ihr die Liebe geben, die ihr in ihrem bisherigen Leben gefehlt hatte und die jeder Mensch zum Leben braucht.
Wenn sie mich ließ, wollte ich ihr dabei helfen, sich von den Taten ihrer Familie loszusagen. Wenn sie mich ließ, wollte ich ihr und mir beweisen, dass Kinder nicht die Fehler der Eltern erben und auch nicht danach gerichtet werden dürfen.

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Kochbuch 01

Die hier erzählte Geschichte und alle dazugehörigen Teile, sind frei erfunden. Jedwede Ähnlichkeit zu real existieren Menschen oder Ereignissen ist zufällig.

Ich komme nicht umhin, Mitleid mit dieser Frau zu verspüren. Jetzt, wie damals.

Selbst nach all den Dingen, die sie mir angetan hat und immer noch antut. Sie ist, wenn ich ihre Vergangenheit und ihr bisheriges Leben in Betracht ziehe, nur das Produkt schlimmer Einflüsse. Und mein Mitleid und meine Empathie sind wahrscheinlich die Gründe dafür, dass die Dinge sich so entwickelt haben, wie sie es taten.

Mein Name ist Tamim Koch – naja, zumindest sage ich das hier mal so – und in dieser Geschichte … ich möchte davon erzählen … Inhalt soll sein … ich weiß nicht, wie ich es sagen soll.
Mein Thema hier ist, was ich mit meiner Exfrau erlebe und erlebt habe. Im Bezug auf unsere Ehe, unserer beider Migrationshintergrund, die Geschichten, die ich in diesem und auch einfach in ihrem persönlichen Zusammenhang ohne irgendwelche migrationsspezifischen Gründe – erlebe.

Es fällt mir schwer den richtigen Anfang zu finden aber irgendwo muss ich beginnen also nehme ich das, was ich als Beginn empfinde:
Wir haben in einer Nacht- und Nebelaktion geheiratet.
Nicht aus Liebe, wie es manch ein Romantiker sich jetzt vielleicht vorstellt, sondern weil sie aus ihrem Elternhaus fliehen wollte, musste.

Ich sollte sie, die Frau, die ich an einem Dienstagnachmittag ehelichte, vielleicht vorstellen und auch wenn ich mich sehr bemühen muss nicht zu werten, werde ich nicht umhin kommen, dass es sicher etwas gefärbt ist.

In ihrem Elternhaus hat sie nie Liebe, sondern nur Gewalt und Intrigen erfahren. Gewalt durch ihre Eltern, an sich und ihren Geschwistern, Gewalt der Eltern untereinander, Gewalt durch und an Verwandten oder aus der Gesellschaft. Verbal wie physisch. Einen lieblosen Haushalt, in dem rücksichtslos geprügelt und geschimpft wurde, ungeachtet des Alters, Geschlechts oder sogar bestehender Schwangerschaften.

Ein Haushalt, in dem Worte wie „Ehre“ und „Respekt“ verdreht und zu autoritären Zwecken missbraucht wurden. Wo es galt, die Tochter zu prügeln, wenn sie auf dem Schulhof mit einem Jungen gesehen wurde – um
„die Ehre“ zu verteidigen.

Bevor ich sie kennengelernt hatte, war ich der Ansicht, dass es derartige Familien nur im Film gibt oder vielleicht in armen, ländlichen Gegenden, wo die Menschen keinen Kontakt zur Außenwelt pflegen, keine Einsicht in gesellschaftliche und moralische Vorstellungen haben, ungebildet sind. Eltern beschimpfen sich doch nicht gegenseitig. Oder zumindest nicht vor den Kindern. Und geschlagen wird sich im Ring oder, wenn die Parteien nicht besonders kommunikationsstark sind, auf der Straße. Aber zu Hause? Nein, wirklich nicht. Des Weiteren überlegte ich mir, wenn diese Sachen zustimmen sollten, so hat sie mir zu verstehen gegeben, dass es ihre Familie, unter der sie stark gelitten hat. Ich war der Ansicht, ich muss sie aus dieser Welt retten. War ich naiv? Vielleicht.

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